Demenz: Alltagsnormalität und Erfahrung

Wenn wir von der Demenz als Entwicklungsprozess sprechen, bedeutet dies weder eine Verharmlosung der im Lauf der Demenz auf der physischen Ebene zu beobachtenden neurodegenerativen Prozesse, noch eine Romantisierung, der im Zuge des Entwicklungsverlaufs in der Interaktion mit uns wahrzunehmenden Veränderungen in den Handlungs- und Mitteilungsweisen von Menschen mit Demenz.

Der Begriff der Entwicklung selbst beinhaltet dabei weder eine positive, noch eine negative Bewertung. Er beschreibt vielmehr ein komplexes Geschehen, in dessen sukzessivem Verlauf  Menschen mit Demenz nicht nur frühere Handlungskompetenzen und Mitteilungsmöglichkeiten verlieren, sondern gleichzeitig damit auch zu anderen Formen der Mitteilung und Bedürfnisäußerung, neuen Orientierungsmustern und Copings gelangen.

Wenn wir Menschen mit Demenz in ihrer Wahrnehmung und ihrem situativen Erleben der Wirklichkeit nicht „verwirren“, sondern in ihrer eigenen Alltagsnormalität bestätigen wollen, stellt sich dabei für uns die Frage danach, was Normalität, Orientierung und Identität für sie letztlich erfahrbar macht.

Im begegnungsorientierten Modell wird das frühere defizit- und problemorientierte Pflegeassesment durch ein wahrnehmendes Verfahren ersetzt, in dessen Rahmen individuelle Bedürfnisse erkannt und gemeinsame interaktive Handlungsspielräume entwickelt werden.

Es geht nicht mehr primär darum, was der Andere nicht mehr kann, sondern vielmehr darum, in der Interaktion und Begegnung mit ihm in Erfahrung zu bringen, was er braucht.


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